Gekaufte Flummis kosten wenig, aber selbst gemachte lassen sich in jeder Wunschfarbe mischen und sind an einem Regennachmittag in einer Viertelstunde fertig. Diese Anleitung nutzt PVAc-Weißleim, Maisstärke und eine borathaltige Kontaktlinsen-Pflegelösung als Aktivator – also ohne reines Borax, das in der EU als fortpflanzungsgefährdend eingestuft ist.
Wenn du gleich einen ganzen Bastelnachmittag planst, lassen sich Loom-Bänder und Origami-Figuren gut in die 30-minütige Ruhezeit legen. Wer es lieber ohne Klebstoff mag, findet in der Makramee-Anleitung die trockene Alternative.
Noch ein Bastelprojekt für einen Regennachmittag, das mit Küchenzutaten auskommt: Pappmaché selber machen – mit Mehlkleister im Verhältnis 1:1.
Das brauchst du
Schritt für Schritt
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1
Arbeitsplatz vorbereiten und Zutaten prüfen
Leg Backpapier oder eine Silikonmatte auf den Tisch, sonst zieht der Kleber in die Tischplatte. Stell beide Schüsseln, die Löffel und den Spatel bereit, bevor du anfängst - sobald der Aktivator im Kleber ist, hast du nur wenige Sekunden Zeit. Der wichtigste Punkt vorab: Dreh die Kontaktlinsen-Pflegelösung um und lies die Zutatenliste. Sie muss Borsäure, Boric Acid oder Natriumborat enthalten. Reine Kochsalzlösung ohne diesen Puffer funktioniert nicht, dann bleibt die Masse Schleim. Reines Borax als Pulver brauchst du nicht und solltest du auch nicht verwenden: Es ist in der EU als fortpflanzungsgefährdend eingestuft und für Bastelarbeiten mit Kindern nicht die richtige Wahl. Der Umweg über die Pflegelösung liefert dieselbe Vernetzung in stark verdünnter Form.
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2
Natronlösung ansetzen
Gib 60 ml warmes Wasser in die erste Schüssel und rühre einen gestrichenen Teelöffel Natron ein, bis sich keine Körner mehr am Boden absetzen. Warmes Wasser ist hier kein Detail, sondern der Grund, warum es klappt: Natron löst sich in kaltem Wasser deutlich schlechter, und ungelöste Körner machen den fertigen Flummi später an der Oberfläche rau und rissig. Lass die Lösung eine Minute stehen und rühre noch einmal um. Sie soll klar sein, nicht milchig. Diese Menge reicht für zwei bis drei Flummis, du brauchst pro Ball nur etwa zwei Esslöffel davon.
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3
Kleber mit Maisstärke und Farbe anrühren
In die zweite Schüssel kommen 2 Esslöffel Weißleim und 1 Esslöffel Maisstärke. Rühre das gründlich durch, bis keine weißen Stärkenester mehr zu sehen sind - das dauert länger, als man denkt, plane eine gute Minute ein. Die Maisstärke ist der Unterschied zwischen Schleim und Flummi: Sie gibt der Masse Körper, sodass sie später ihre Kugelform hält und zurückspringt statt zu zerfließen. Erst wenn die Mischung gleichmäßig ist, gibst du zwei bis drei Tropfen Lebensmittelfarbe dazu und rührst sie unter. Gelfarbe ist flüssiger Farbe vorzuziehen, weil sie weniger Wasser einbringt.
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4
Natronlösung zugeben
Gib zwei Esslöffel der Natronlösung zur Kleber-Stärke-Mischung und rühre zügig. Die Masse wird zunächst dünner und sieht aus, als würde nichts passieren. Das ist normal - das Natron stellt nur den pH-Wert ein und bereitet die Vernetzung vor, den eigentlichen Sprung macht erst der nächste Schritt. Rühre etwa zwanzig Sekunden, bis die Mischung homogen und leicht glänzend ist. Wenn sie sehr dünnflüssig wirkt, gib einen halben Esslöffel Maisstärke nach, aber nicht mehr, sonst wird der Flummi später bröselig.
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5
Aktivator tropfenweise einrühren
Jetzt kommt die Kontaktlinsen-Pflegelösung dazu, und zwar nicht auf einmal, sondern in etwa fünf Portionen. Gib einen Teelöffel dazu, rühre kräftig, gib den nächsten dazu. Nach dem zweiten oder dritten Löffel zieht sich die Masse plötzlich vom Schüsselrand zusammen und klumpt am Spatel - das ist der Moment, auf den du wartest. Ab hier gilt: sparsam bleiben. Zu viel Aktivator macht den Flummi hart und rissig, er springt dann nicht mehr, sondern bricht beim ersten Aufprall. Hör auf, sobald die Masse zusammenhängt und die Schüssel weitgehend sauber ist.
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6
Masse kneten, bis sie nicht mehr klebt
Zieh die Handschuhe an und nimm den Klumpen aus der Schüssel. Am Anfang klebt er stark an den Fingern, das täuscht - kneten hilft. Falte die Masse immer wieder über sich selbst und drücke sie flach, etwa drei bis fünf Minuten lang. Durch die Wärme deiner Hände und die mechanische Arbeit verbinden sich die Polymerketten weiter, die Masse wird fester, matter und lässt sich schließlich sauber von der Handfläche lösen. Bleibt sie nach fünf Minuten immer noch klebrig, tauch die Fingerspitzen kurz in die Pflegelösung und knete weiter. Bleibt sie bröselig, hast du zu viel Aktivator erwischt - dann hilft ein halber Teelöffel frischer Weißleim, eingeknetet.
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7
Zur Kugel rollen
Roll die Masse zwischen beiden Handflächen zur Kugel, mit gleichmäßigem, leichtem Druck und ohne abzusetzen. Rolle mindestens eine Minute weiter, auch wenn die Form längst rund aussieht: Erst dadurch schließt sich die Oberfläche, und eine geschlossene Oberfläche ist der Grund, warum ein Flummi überhaupt gut springt. Ein Durchmesser von etwa 3 bis 4 Zentimetern ist die dankbarste Größe - größere Bälle werden innen nie richtig fest und bleiben dauerhaft weich. Falten oder Risse in der Oberfläche drückst du jetzt mit dem Daumen glatt, später bekommst du sie nicht mehr weg.
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8
Ruhen lassen und testen
Leg die Kugel auf Backpapier und lass sie mindestens 30 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen, ohne sie anzufassen. In dieser Zeit gleicht sich die Feuchtigkeit im Inneren aus und die Kugel wird spürbar elastischer. Nicht auf die Heizung legen und nicht in den Kühlschrank - beides trocknet die Oberfläche schneller als den Kern und führt zu Rissen. Nach der Ruhezeit machst du den Test aus etwa einem Meter Höhe auf einen harten, glatten Boden. Ein gelungener Flummi springt ungefähr auf ein Drittel bis die Hälfte der Fallhöhe zurück. Danach kommt er in ein verschließbares Glas, sonst trocknet er innerhalb von ein bis zwei Tagen aus.
Häufige Fragen
Warum bleibt mein Flummi klebrig?
Dafür gibt es zwei typische Gründe. Entweder war zu wenig Aktivator im Spiel, dann hilft es, tropfenweise noch etwas Kontaktlinsen-Pflegelösung einzukneten, bis die Masse sich von der Hand löst. Oder die Pflegelösung enthält gar keinen Borat-Puffer - eine reine Kochsalzlösung vernetzt den Kleber nicht, egal wie viel du davon nimmst. Prüf in dem Fall die Zutatenliste auf Borsäure, Boric Acid oder Natriumborat. Der dritte, seltenere Grund ist zu wenig Knetzeit: Die letzten drei Minuten Kneten machen den größten Unterschied.
Geht das wirklich ohne Borax?
Ja. Die Vernetzung braucht Borat-Ionen, aber die stecken bereits stark verdünnt in vielen Kontaktlinsen-Pflegelösungen, wo sie als Puffer dienen. Reines Borax-Pulver ist in der EU als fortpflanzungsgefährdend eingestuft und im freien Verkauf an Verbraucher eingeschränkt, deshalb ist der Umweg über die Pflegelösung nicht nur bequemer, sondern auch die sinnvollere Variante beim Basteln mit Kindern. Das Ergebnis unterscheidet sich in Sprungverhalten und Haltbarkeit nicht erkennbar.
Wie lange hält ein selbstgemachter Flummi?
Im verschlossenen Glas etwa zwei bis vier Wochen. Offen liegen gelassen trocknet er schon nach ein bis zwei Tagen an der Oberfläche aus, bekommt Risse und verliert seine Sprungkraft. Wird er nach ein paar Tagen hart, kannst du ihn kurz zwischen feuchten Händen durchkneten - das bringt oft einen Teil der Elastizität zurück. Dauerhaft haltbar wie ein gekaufter Gummiball wird er nicht, das liegt am hohen Wasseranteil im Kleber.
Springt er so hoch wie ein gekaufter Flummi?
Nein, und das ist keine Frage der Sorgfalt. Gekaufte Flummis bestehen meist aus synthetischem Polybutadien, das deutlich mehr Aufprallenergie zurückgibt. Ein selbstgemachter Ball erreicht aus einem Meter Fallhöhe typischerweise ein Drittel bis die Hälfte der Höhe, ein guter Kaufflummi schafft deutlich mehr. Wer die Sprungkraft optimieren will, achtet auf eine wirklich glatte, geschlossene Oberfläche und eine eher kleine Kugel von 3 bis 4 Zentimetern.
Ab welchem Alter ist das geeignet?
Zum Mitmachen ab etwa sechs Jahren, das Abmessen und Zugeben der Pflegelösung sollten Erwachsene übernehmen. Kinder unter drei Jahren sollten weder beim Anrühren dabei sein noch mit dem fertigen Ball spielen, weil er in verschluckbarer Größe entsteht. Handschuhe sind sinnvoll, Hände nach dem Kneten waschen, und die Masse gehört nicht in den Mund - trotz Lebensmittelfarbe ist sie kein Lebensmittel.
Kann ich Glitzer oder Duft zugeben?
Glitzer ja, und zwar am besten zusammen mit der Farbe in die Kleber-Stärke-Mischung, bevor der Aktivator dazukommt. Feiner Streuglitzer verteilt sich gleichmäßiger als grobe Pailletten, die später aus der Oberfläche brechen und den Ball springunfähig machen. Duftöle würde ich weglassen: Sie sind fetthaltig, stören die Vernetzung und machen die Oberfläche dauerhaft schmierig. Wenn es unbedingt duften soll, reicht ein einzelner Tropfen wasserlösliches Aroma.
Warum bröselt die Masse beim Kneten?
Dann war zu viel Aktivator drin oder du hast zu viel Maisstärke nachgegeben. Beides überzieht die Vernetzung, die Masse wird spröde statt elastisch. Rettbar ist das meist noch: Knete einen halben Teelöffel frischen Weißleim ein und arbeite ihn gründlich unter, bis die Masse wieder zusammenhält. Für den nächsten Versuch solltest du den Aktivator wirklich löffelweise zugeben und in dem Moment aufhören, in dem sich die Masse vom Schüsselrand löst.