Reis kochen – Anleitung für Basmati, Jasmin, Milch- und Vollkornreis

8 Schrittezum Ziel
20–30 MinutenDauer
LeichtSchwierigkeit

Perfekt gekochter Reis gelingt mit der richtigen Wasser­menge, der passenden Kochzeit und einer kurzen Quellphase nach dem Kochen. Diese Anleitung deckt die Quellwasser-Methode ab, die für Basmati, Jasmin und Langkornreis funktioniert – ohne Reiskocher, ohne Sieb, ohne Nachwiegen im Topf.

Welche Reissorte für welches Gericht?

Basmati ist der klassische Duftreis aus Indien und Pakistan, körnig und locker, ideal zu Curry, Dal und Grillfleisch. Jasminreis aus Thailand duftet blumig und wird etwas klebriger, passt zu asiatischen Wok-Gerichten. Langkornreis (Patna, Parboiled) ist der Alltagsreis, günstig und robust, verzeiht Kochfehler. Vollkornreis (Naturreis) braucht die doppelte Kochzeit, hat aber mehr Ballaststoffe. Milchreis und Risottoreis (Arborio, Carnaroli) sind Rundkornreis – sie geben Stärke ab und werden absichtlich cremig.

Die Quellwasser-Methode im Detail

Bei dieser Methode gart der Reis im exakt bemessenen Wasser, das komplett aufgenommen wird. Kein Abgießen, keine Nährstoffe im Ausguss. Das Verhältnis liegt bei 1 Teil Reis zu 1,5 Teilen Wasser für Langkornreis. Basmati und Jasmin verlangen etwas weniger Wasser (1:1,3), Vollkornreis mehr (1:2,5).

Kochzeiten auf einen Blick

Basmati: 10 Minuten kochen, 10 Minuten quellen. Jasmin: 12 Minuten kochen, 10 Minuten quellen. Langkornreis: 15 Minuten kochen, 5 Minuten quellen. Vollkornreis: 40–45 Minuten kochen, 5 Minuten quellen. Milchreis: 30 Minuten in Milch bei kleiner Hitze, ständig rühren. Risotto: 18–20 Minuten unter portionsweiser Brühezugabe.

Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

Klebriger Reis: Zu wenig gewaschen, zu viel Wasser oder Deckel zu früh geöffnet. Harter Kern: Zu wenig Wasser oder zu kurze Quellzeit – einfach 5 Minuten länger zugedeckt stehen lassen. Angebrannter Boden: Hitze war zu hoch – Reis muss nach dem Aufkochen wirklich nur simmern. Ein Tropfen Wasser auf den heißen Topfdeckel sollte gerade so verdampfen, nicht zischen.

Reis vorbereiten und aufwärmen

Gekochter Reis hält im Kühlschrank 2 Tage. Zum Aufwärmen 2 Esslöffel Wasser dazugeben, zugedeckt bei mittlerer Hitze oder in der Mikrowelle 2 Minuten erhitzen. Wichtig für die Lebensmittelsicherheit: Reis nach dem Kochen zügig abkühlen und nicht länger als eine Stunde bei Zimmertemperatur stehen lassen – Bacillus cereus vermehrt sich in warmem Reis schnell.

Reis für Sushi

Für Sushi brauchst du eine andere Reissorte und eine andere Zubereitung als für Beilagen: japanischer Kurzkornreis wird mit einer Essig-Zucker-Salz-Mischung gewürzt, damit er die typische Klebrigkeit und den Glanz bekommt. Die vollständige Anleitung zum Sushi selber machen erklärt Reisvorbereitung, Belag und die Rolltechnik mit Bambusmatte.

Das brauchst du

Schritt für Schritt

  1. 1

    Reis abmessen

    60–80 g Reis pro Person, für 2 Personen also etwa 200 g. Mit einer Küchenwaage arbeiten – ein Messbecher liefert bei Reis ungenaue Werte, weil die Körner unterschiedlich groß sind.

  2. 2

    Reis waschen

    Reis in ein feines Sieb geben, unter kaltem Wasser durchspülen und dabei mit der Hand vorsichtig umrühren. Solange wiederholen, bis das ablaufende Wasser klar bleibt – meist reichen 2–3 Waschgänge.

  3. 3

    Wasser abmessen

    Für Langkornreis 1,5-fache Reismenge in Milliliter, also 300 ml Wasser auf 200 g Reis. Bei Basmati und Jasmin nur 260 ml, bei Vollkornreis 500 ml.

  4. 4

    Alles in den Topf

    Gewaschenen Reis in den Topf geben, das abgemessene Wasser und 1 TL Salz dazu. Kurz umrühren, damit sich das Salz auflöst und der Reis nicht am Boden klebt.

  5. 5

    Aufkochen

    Bei hoher Hitze offen aufkochen, bis das Wasser sichtbar sprudelt. Das dauert je nach Herd 3–5 Minuten. Erst dann Deckel drauf und Hitze auf kleinste Stufe reduzieren.

  6. 6

    Zugedeckt garen

    12–15 Minuten simmern lassen. Den Deckel in dieser Zeit nicht öffnen – jedes Anheben lässt Dampf entweichen, der zum Garen gebraucht wird. Ein Glasdeckel hilft beim Beobachten.

  7. 7

    Quellen lassen

    Topf vom Herd nehmen, weiter zugedeckt stehen lassen. 5 Minuten für Basmati und Langkornreis, 10 Minuten für Jasmin. In dieser Zeit zieht der Reis das restliche Wasser komplett auf.

  8. 8

    Auflockern und servieren

    Deckel abnehmen, den Reis mit einer Gabel oder einem Reispaddel vorsichtig auflockern, nicht rühren. So bleiben die Körner ganz und der Reis sitzt locker auf dem Teller.

Häufige Fragen

Muss ich Reis vor dem Kochen waschen?

Ja, bei Basmati, Jasmin und Sushi-Reis unbedingt: 2–3 Mal in kaltem Wasser schwenken, bis das Wasser klar bleibt. Das entfernt überschüssige Stärke, verhindert Kleben und wäscht Rückstände aus der Produktion ab. Parboiled-Reis muss nicht gewaschen werden.

Wie viel Wasser pro Tasse Reis?

Für Langkornreis 1,5 Tassen Wasser pro Tasse Reis, für Basmati und Jasmin 1,3 Tassen, für Vollkornreis 2,5 Tassen. Bei kleineren Mengen unter 200 g etwas mehr Wasser, weil relativ mehr verdampft.

Wie lange muss Reis kochen?

Basmati 10 Minuten, Jasmin 12, Langkornreis 15, Vollkornreis 40–45 Minuten – jeweils bei geschlossenem Deckel und kleiner Hitze nach dem Aufkochen. Danach 5–10 Minuten Quellzeit ohne Öffnen.

Salz vor oder nach dem Kochen?

Vor dem Kochen ins Wasser: 1 TL Salz pro Liter Wasser reicht. Salz nach dem Kochen bleibt nur oben liegen und schmeckt ungleichmäßig.

Warum wird mein Reis klebrig?

Drei Gründe: nicht ausreichend gewaschen, zu viel Wasser oder Deckel während des Kochens gehoben. Beim nächsten Mal 30 Sekunden länger waschen und den Topf komplett zulassen.

Kann ich Reis am Vortag kochen und aufwärmen?

Ja, aber schnell abkühlen (in einer flachen Schale, nicht im Topf) und innerhalb von 2 Tagen aufbrauchen. Zum Aufwärmen 2 EL Wasser dazu und zugedeckt heiß werden lassen.

Reis ohne Deckel kochen – geht das?

Möglich, verlangt aber ständiges Nachgießen und Rühren. Ohne Deckel entweicht der Dampf, der Reis quillt nicht gleichmäßig. Für Risotto ist diese Methode Standard, für Beilagen unpraktisch.

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