Sushi selber machen ist einfacher, als es aussieht – der Trick liegt beim Reis und beim scharfen Messer. Wenn du den Sushi-Reis richtig würzt und die Bambusmatte gleichmäßig aufrollst, gelingen die klassischen Maki (Reis außen im Nori-Blatt), Inside-Out-Uramaki und Nigiri (Reisbällchen mit Belag) zuverlässig auch beim ersten Versuch.
Der Reis entscheidet über alles
Nimm ausschließlich Sushi-Reis (kurzkörniger Japonica) – deutscher Milchreis funktioniert notfalls, klebt aber weniger. Der Reis wird mit einer Mischung aus Reisessig, Zucker und Salz gewürzt (Awase-zu), das gibt ihm den charakteristischen Glanz und die feine Süße. Wichtig: Den fertig gewürzten Reis nie in den Kühlschrank – dort wird er hart. Bei Zimmertemperatur mit einem feuchten Tuch abgedeckt hält er 4–5 Stunden.
Fisch in Sushi-Qualität kaufen
Roher Fisch für Sushi muss „Sashimi-Qualität“ haben – das ist keine offizielle Klassifizierung, sondern beschreibt tiefgekühlten Fisch nach EU-Verordnung 1276/2011 (mindestens –20 °C für 24 Stunden zur Parasitenabtötung). Frag im Fischgeschäft direkt nach Sashimi-Qualität oder greif zu tiefgekühlten Sushi-Lachs-Filets aus dem asiatischen Supermarkt. Für Vegetarier funktionieren Avocado, Gurke, Karotte, Mango und Tofu mit Sojasauce hervorragend.
Bambusmatte richtig verwenden
Wickle die Bambusmatte (Makisu) mit Frischhaltefolie ein, bevor du sie benutzt – das verhindert, dass Reis in den Ritzen der Matte kleben bleibt. Nach dem Gebrauch braucht die Folie nur abgezogen und die Matte kurz abgewischt zu werden. Alternativ funktioniert auch eine Silikonmatte oder ein sauberes Küchentuch, aber die Bambusmatte gibt die schönste Form.
Das scharfe Messer
Ohne scharfes Messer wird jede Rolle zerquetscht. Ein Kochmesser mit langer Klinge (18–24 cm) reicht völlig – wichtig ist, es vor jedem Schnitt in Wasser zu tunken und nach jedem Schnitt abzuwischen. Nur so gleitet die Klinge durch Nori und Reis, ohne die Rolle zu verformen. Ein Sushi-Messer (Yanagiba) ist Luxus, aber für gute Ergebnisse nicht nötig.
Reihenfolge und Timing
Plane für die erste Sushi-Session etwa zwei Stunden ein: 30 Minuten für Reis waschen und kochen, 20 Minuten Auskühlen mit Würzung, 15 Minuten Belag vorbereiten (schneiden), 45 Minuten rollen und schneiden. Beim zweiten Mal geht alles doppelt so schnell, weil die Bewegungen sitzen.
Rund um den Reis
Sushi-Reis unterscheidet sich in Sorte und Zubereitung deutlich von Beilagenreis. Wenn du wissen willst, wie du Basmati, Jasmin oder Vollkornreis perfekt zubereitest, findest du in der Anleitung zum Reis kochen die Quellwasser-Methode mit Zeiten und Wasserverhältnissen für jede Sorte.
Das brauchst du
Schritt für Schritt
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1
Reis waschen
300 g Sushi-Reis in eine große Schüssel geben, mit kaltem Wasser bedecken, mit der Hand vorsichtig umrühren und das trüb gewordene Wasser abgießen. 4–5 Mal wiederholen, bis das Wasser fast klar bleibt. Danach 30 Minuten im Sieb abtropfen lassen.
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2
Reis kochen
Reis und 400 ml Wasser in einen Topf mit dickem Boden geben, zugedeckt aufkochen. Sobald es sprudelt, Hitze auf kleinste Stufe reduzieren und 10 Minuten simmern. Deckel nicht öffnen. Vom Herd nehmen und weitere 15 Minuten quellen lassen.
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3
Sushi-Essig ansetzen
60 ml Reisessig, 25 g Zucker und 5 g Salz in einem kleinen Topf oder in der Mikrowelle erwärmen (nicht kochen), bis Zucker und Salz vollständig aufgelöst sind. Abkühlen lassen.
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4
Reis würzen
Fertigen Reis in eine flache Schüssel (traditionell Hangiri, ersatzweise Salatschüssel aus Holz oder Kunststoff) umfüllen. Sushi-Essig gleichmäßig darüber gießen und mit einem Holzspatel in schneidenden Bewegungen unterheben – nicht rühren. Dabei mit einem Fächer oder Karton fächeln, bis der Reis glänzt und Körpertemperatur hat.
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5
Belag vorbereiten
Lachs in 1 cm dicke, fingerlange Streifen schneiden. Avocado halbieren, Kern entfernen, in Streifen. Gurke der Länge nach vierteln, Kerngehäuse mit dem Messer wegschneiden, in Streifen. Alle Zutaten griffbereit legen.
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6
Bambusmatte vorbereiten
Bambusmatte komplett mit Frischhaltefolie umwickeln. Nori-Blatt mit der glänzenden Seite nach unten auf die Matte legen, die untere Kante bündig mit der Mattenkante.
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7
Reis verteilen
Hände in Essigwasser (1 EL Reisessig auf 100 ml Wasser) tunken, damit der Reis nicht klebt. Etwa 100 g Reis auf das Nori-Blatt geben und mit den Fingern gleichmäßig verteilen – dünne Schicht, oben 2 cm Rand frei lassen.
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8
Belag legen
Auf das untere Drittel des Reises einen Streifen Lachs, daneben Avocado und Gurke legen. Nicht zu viel Belag, sonst lässt sich die Rolle nicht schließen.
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9
Rollen
Die untere Kante der Matte mit den Daumen anheben und über den Belag klappen. Mit den Fingern den Belag festhalten und die Rolle mit den Daumen fest zusammenschieben. Weiterrollen, dabei mit der Matte formen und leicht Druck ausüben – so wird die Rolle fest, aber nicht platt.
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10
Schneiden
Rolle mit dem angefeuchteten scharfen Messer erst in der Mitte teilen, dann jede Hälfte in 3 gleich große Stücke – also 6 Stücke pro Rolle. Nach jedem Schnitt Messer in Wasser tunken und abwischen, sonst reißt das Nori.
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11
Anrichten und servieren
Sushi-Stücke aufrecht auf einer Platte anrichten. Mit Sojasauce (in kleiner Schale), Wasabi und Gari (eingelegtem Ingwer) servieren. Innerhalb von 2 Stunden essen, danach wird der Reis fest.
Häufige Fragen
Muss der Reis unbedingt Sushi-Reis sein?
Für gute Ergebnisse ja – Sushi-Reis ist kurzkörnig und enthält viel Amylopektin, das ihn klebrig macht. Milchreis funktioniert notfalls, wird aber weniger klebrig. Langkornreis oder Basmati sind völlig ungeeignet, weil sie einzeln bleiben und keine Rolle formen.
Woran erkenne ich Sashimi-Qualität beim Fisch?
Sashimi-Qualität ist keine gesetzliche Klassifizierung, sondern beschreibt Fisch, der nach EU-Verordnung mindestens 24 Stunden bei –20 °C tiefgefroren war (Parasitenabtötung). Frag im Fischgeschäft explizit danach oder kauf tiefgekühlten Sushi-Lachs im asiatischen Supermarkt. Frisch aus dem normalen Kühlregal ist nicht sicher.
Kann ich Sushi einfrieren oder am Vortag machen?
Fertiges Sushi ist Frischprodukt und schmeckt einige Stunden nach der Zubereitung am besten. Einfrieren zerstört die Textur des Reises. Wenn du vorbereiten willst, kannst du den Reis würzen und die Belag-Streifen schneiden – rollen aber erst kurz vorm Essen.
Warum klebt mein Reis nicht?
Meist wurde der Reis zu wenig gewaschen (dann fehlt die Oberflächenstärke) oder die Essig-Zucker-Salz-Mischung wurde nicht gleichmäßig untergehoben. Der Reis muss beim Fächeln (Kühlen) glänzen und leicht kleben. Kaltgestellter Reis wird hart und klebt gar nicht mehr.
Bambusmatte oder Silikon?
Die Bambusmatte (Makisu) gibt die klassische feste Rolle und ist die günstigere Variante (5–8 Euro). Silikon-Sushi-Matten sind leichter zu reinigen, aber teurer und formen weicher. Für den Anfang reicht die Bambusmatte mit Frischhaltefolie umwickelt.
Nori-Blätter werden feucht und weich – normal?
Ja, sobald Nori mit dem feuchten Reis Kontakt hat, weicht es innerhalb weniger Minuten auf – deshalb Sushi immer zeitnah essen. Zum Rollen muss das Nori-Blatt trocken sein, sonst reißt es. Reste im wieder verschließbaren Beutel mit Trockenmittel aufbewahren.
Reis zu weich oder zu hart – was tun?
Zu weich: beim nächsten Mal 30 ml weniger Wasser nehmen und 2 Minuten kürzer garen. Zu hart: 30 ml mehr Wasser, 2 Minuten länger garen, unbedingt 15 Minuten Quellzeit einhalten. Der fertige Reis sollte gerade so seine Form halten und leicht am Löffel kleben.