Jeder bekommt 10 Karten und arbeitet an Phase 1. Wer seine Phase auslegen konnte und danach als Erster alle Handkarten los ist, beendet die Runde – alle anderen zählen ihre Restkarten als Minuspunkte. Wer die Phase geschafft hat, rückt eine Phase weiter, wer nicht, wiederholt dieselbe. Gewonnen hat, wer zuerst Phase 10 ablegt; bei Gleichstand entscheidet die niedrigere Punktzahl. Die Original-Anleitung gibt es kostenlos als PDF im Mattel-Serviceportal, der Button oben führt hin.
Phase 10 gehört zu den Spielen, deren Anleitung wirklich gebraucht wird, weil die zehn Phasen niemand auswendig kennt und die Unterschiede zwischen Drilling, Folge und Farbe am Tisch regelmäßig für Diskussionen sorgen. Die Schwierigkeit liegt nicht in den Regeln, sondern in zwei Details: wann man anlegen darf und wie Joker gezählt werden.
Die 10 Phasen im Überblick
1: zwei Drillinge. 2: ein Drilling und eine Viererfolge. 3: ein Vierling und eine Viererfolge. 4: eine Siebenerfolge. 5: eine Achterfolge. 6: eine Neunerfolge. 7: zwei Vierlinge. 8: sieben Karten einer Farbe. 9: ein Fünfling und ein Zwilling. 10: ein Fünfling und ein Drilling.
Ein Drilling, Vierling oder Fünfling besteht aus Karten derselben Zahl, die Farbe spielt dabei keine Rolle. Eine Folge sind aufeinanderfolgende Zahlen in beliebigen Farben, etwa 4-5-6-7. Nur in Phase 8 zählt die Farbe, und dort ist die Zahl egal.
Angelegt werden darf erst, nachdem die eigene Phase komplett auf dem Tisch liegt – und dann an jede ausliegende Phase, auch an die der Mitspieler. Wer seine Phase noch nicht geschafft hat, darf keine einzige Karte an fremde Auslagen anlegen. Genau umgekehrt spielen es viele Runden, und das verzerrt das Spiel komplett: Es entwertet den Vorsprung dessen, der seine Phase zuerst geschafft hat.
Weitere Kartenspiele für den Spieleabend
Wenn Phase 10 durch ist: Skip-Bo ist vom selben Verlag und in derselben Runde die schnellere Alternative, die Skat-Regeln nach Deutscher Skatordnung sind der anspruchsvolle Klassiker für genau drei Spieler, und die Monopoly-Anleitung deckt den Brettspiel-Dauerbrenner für den langen Abend ab.
Wer am Spieleabend zwischendurch etwas für sich allein sucht: Die Anleitung zum Lösen des Rubik’s Cube erklärt die Anfängermethode Schicht für Schicht mit allen nötigen Zugfolgen.
Das brauchst du
Schritt für Schritt
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1
Karten prüfen und Phasenübersichten verteilen
Das Deck besteht aus 108 Karten: 96 Zahlenkarten von 1 bis 12 in vier Farben, jede Zahl zweimal pro Farbe, dazu 8 Joker und 4 Aussetzen-Karten. Fehlen Karten, verschieben sich vor allem die späten Phasen mit Fünflingen spürbar – vor der ersten Partie lohnt das Nachzählen. Jeder Mitspieler bekommt eine Phasenübersicht; wo nur eine beiliegt, legt man sie in die Tischmitte oder schreibt die Liste ab.
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2
Geben und Stapel auslegen
Der Geber mischt und teilt jedem Spieler zehn Karten verdeckt aus, eine nach der anderen im Uhrzeigersinn. Die restlichen Karten kommen als verdeckter Nachziehstapel in die Mitte, die oberste Karte wird offen daneben gelegt und bildet den Ablagestapel. Ist die aufgedeckte Startkarte eine Aussetzen-Karte, wird sie unter den Stapel gesteckt und eine neue aufgedeckt. Alle beginnen bei Phase 1, unabhängig davon, wer gibt.
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3
Am Zug: eine Karte ziehen
Wer am Zug ist, zieht genau eine Karte – entweder verdeckt vom Nachziehstapel oder offen die oberste Karte vom Ablagestapel. Die offene Karte zu nehmen ist der schnellere Weg zur Phase, verrät den Mitspielern aber, woran man arbeitet. Ist der Nachziehstapel leer, wird der Ablagestapel bis auf die oberste Karte gemischt und als neuer Nachziehstapel ausgelegt.
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4
Die eigene Phase auslegen
Sobald die Karten für die aktuelle Phase auf der Hand sind, dürfen sie im eigenen Zug offen vor sich ausgelegt werden – aber nur vollständig und nur einmal pro Runde. Eine halbe Phase geht nicht: Wer für Phase 2 den Drilling hat, aber nur eine Dreierfolge, muss warten. Besteht die Phase aus zwei Teilen, müssen beide gleichzeitig gelegt werden. Ausgelegt wird vor dem Ablegen der Schlusskarte.
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5
An ausliegende Phasen anlegen
Erst nachdem die eigene Phase liegt, darf man passende Karten an beliebige ausliegende Phasen anlegen – an die eigene wie an die der Mitspieler. An einen Drilling der Vier kommt jede weitere Vier, an eine Folge kommen passende Karten vorn und hinten, an eine Farbauslage passt jede Karte derselben Farbe. Anlegen ist der einzige Weg, viele Handkarten schnell loszuwerden, und deshalb der eigentliche Motor des Spiels.
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6
Joker richtig einsetzen
Ein Joker ersetzt jede beliebige Zahl und jede Farbe. Mehrere Joker in einer Phase sind erlaubt, solange mehr echte Zahlenkarten als Joker in der Auslage liegen. Ein einmal ausgelegter Joker bleibt liegen, wo er ist – er darf nicht gegen die passende echte Karte getauscht und dann weiterverwendet werden. Auf der Hand ist der Joker am Rundenende die teuerste Karte, deshalb sollte man ihn nicht bis zum Schluss aufsparen.
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7
Aussetzen-Karten ausspielen
Die Aussetzen-Karte wird nicht angelegt, sondern als Ablage am Ende des eigenen Zuges auf den Ablagestapel gelegt und dabei einem Mitspieler zugewiesen. Dieser überspringt seinen nächsten Zug komplett. Jeder Spieler kann pro Runde mehrfach getroffen werden, aber eine bereits gespielte Aussetzen-Karte darf niemand vom Ablagestapel aufnehmen – sie liegt tot. Am Rundenende zählt eine Aussetzen-Karte auf der Hand 15 Minuspunkte.
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8
Die Runde beenden
Die Runde endet, sobald ein Spieler seine letzte Handkarte auf den Ablagestapel legt. Das gelingt nur, wenn er seine Phase in dieser Runde ausgelegt hat. Alle anderen decken sofort ihre Handkarten auf – auch wer gerade noch anlegen wollte. Ausgelegte Phasen und angelegte Karten zählen nicht, gewertet wird ausschließlich, was noch auf der Hand liegt.
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9
Minuspunkte notieren
Für jede Zahlenkarte von 1 bis 9 werden 5 Minuspunkte notiert, für jede Karte von 10 bis 12 jeweils 10, für jede Aussetzen-Karte 15. Der Joker ist die teuerste Karte auf der Hand; je nach Ausgabe nennt das Heft dafür 20 oder 25 Punkte – hier gilt das beiliegende PDF der eigenen Auflage. Die Punkte werden über alle Runden addiert. Sie entscheiden nicht über Sieg oder Niederlage, sondern nur über den Gleichstand am Ende.
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10
Nächste Runde und Spielende
Wer seine Phase in der Runde ausgelegt hat, rückt eine Phase weiter, auch wenn er die Runde nicht gewonnen hat. Wer sie nicht geschafft hat, wiederholt dieselbe Phase. Dadurch sind die Mitspieler bald an unterschiedlichen Phasen – das ist gewollt und Teil des Spiels. Das Spiel endet nach der Runde, in der mindestens ein Spieler Phase 10 abgelegt hat. Sieger ist, wer Phase 10 geschafft hat; haben es mehrere in derselben Runde geschafft, gewinnt davon der Spieler mit der niedrigsten Gesamtpunktzahl.
Häufige Fragen
Wo finde ich die Phasenübersicht?
Auf der ersten Seite des offiziellen PDFs im Mattel-Serviceportal und kompakt hier im Artikel. In der Schachtel liegen Übersichtskarten bei – viele Runden legen zusätzlich eine ausgedruckte Liste in die Tischmitte, weil das Weiterreichen der Karten den Ablauf bremst.
Was passiert, wenn ich die Phase nicht schaffe?
Du spielst in der nächsten Runde dieselbe Phase erneut. Punkte sammelst du trotzdem für deine Restkarten. Dadurch arbeiten die Spieler nach wenigen Runden an unterschiedlichen Phasen, was völlig normal ist.
Darf ich an fremde Phasen anlegen, bevor meine eigene liegt?
Nein. Anlegen ist erst erlaubt, nachdem die eigene Phase vollständig ausgelegt ist. Das ist der am häufigsten falsch gespielte Punkt der Anleitung: Wer vorher anlegen dürfte, könnte seine Handkarten loswerden, ohne die eigene Aufgabe zu erfüllen.
Wie viele Joker darf ich in einer Phase verwenden?
So viele, wie du hast – solange mehr echte Zahlenkarten als Joker in der Auslage liegen. Eine Viererfolge aus drei Jokern und einer Zahlenkarte ist damit nicht zulässig, zwei Joker und zwei Zahlenkarten dagegen schon.
Kann ich einen ausgelegten Joker gegen die passende echte Karte tauschen?
In der offiziellen Anleitung nicht. Ein ausgelegter Joker bleibt an seiner Position liegen. Das Tauschen ist eine verbreitete Hausregel, die Joker deutlich aufwertet – wenn ihr so spielen wollt, legt es vor der ersten Runde fest.
Zählt Phase 10 auch mit normalen Karten als spielbar?
Es gibt Varianten mit einem Rommé-Blatt, bei denen Joker die Wildcards ersetzen. Offiziell ist aber das eigene Phase-10-Deck mit 108 Karten samt Jokern und Aussetzen-Karten, und darauf bezieht sich die Anleitung.
Für wie viele Spieler und ab welchem Alter ist Phase 10 gedacht?
Für 2 bis 6 Spieler. Die deutsche Ausgabe gibt das Alter mit 7 Jahren an. Zu zweit läuft eine Partie deutlich schneller, weil weniger Auslagen zum Anlegen zur Verfügung stehen und Aussetzen-Karten härter treffen.
Wie lange dauert eine Partie?
Zu viert meist 45 bis 90 Minuten. Die Spanne ist so groß, weil sie davon abhängt, wie oft Phasen wiederholt werden müssen. Wer es kürzer will, spielt eine vorher festgelegte Anzahl Runden und wertet dann nach erreichter Phase, bei Gleichstand nach Punkten.