Ein Rubik’s Cube hat 43 Trillionen mögliche Stellungen, aber nur sieben Algorithmen, die man wirklich braucht. Diese Anleitung folgt der klassischen Anfängermethode, bei der der Würfel Schicht für Schicht von unten nach oben gelöst wird – erst die weiße Seite, dann die mittlere Ebene, zum Schluss die gelbe. Wer sich beim ersten Durchgang Zeit lässt, schafft es in gut einer Stunde; nach zehn bis fünfzehn Durchläufen sitzt der Ablauf und die Zeit fällt unter fünf Minuten.
Die Notation: sechs Buchstaben, mehr nicht
Jede Seite des Würfels hat einen Buchstaben, benannt aus der Sicht dessen, der ihn hält: R für rechts (right), L für links (left), U für oben (up), D für unten (down), F für vorne (front) und B für hinten (back). Ein Buchstabe allein bedeutet eine Vierteldrehung dieser Seite im Uhrzeigersinn – und zwar immer so betrachtet, als würde man frontal auf genau diese Seite schauen. Ein Apostroph dahinter, also R‘, heißt eine Vierteldrehung gegen den Uhrzeigersinn. Eine 2, also R2, heißt zwei Vierteldrehungen, die Richtung ist dann egal. Mehr Zeichen braucht diese Anleitung nicht. Wichtig ist nur, dass man den Würfel während einer Zugfolge nicht in der Hand dreht, sonst stimmen die Bezugsseiten nicht mehr.
Warum die Mittelsteine die Farben festlegen
Der wichtigste Aha-Moment für Einsteiger: Die sechs Mittelsteine sind fest im Kern verschraubt und bewegen sich nie relativ zueinander. Der weiße Mittelstein liegt immer gegenüber dem gelben, Blau gegenüber Grün, Rot gegenüber Orange. Damit steht die Farbanordnung des gelösten Würfels von Anfang an fest, egal wie verdreht er aussieht. Die zwölf Kantensteine mit zwei Farben und die acht Ecksteine mit drei Farben müssen sich an diesen sechs Fixpunkten ausrichten – nicht umgekehrt. Wer im Zweifel ist, wohin ein Stein gehört, schaut auf die Mittelsteine der angrenzenden Seiten.
Was tun, wenn ein einzelner Stein falsch steht?
Steht am Ende genau eine Kante verdreht oder eine einzelne Ecke gedreht, während der Rest passt, ist das mit normalen Zugfolgen nicht lösbar – der Würfel wurde dann irgendwann auseinandergenommen und falsch wieder zusammengesteckt. Das passiert häufiger, als man denkt, weil viele Würfel schon einmal zerlegt und in einer beliebigen Stellung wieder eingeklickt wurden. Die Lösung besteht darin, den Würfel bewusst zu zerlegen: eine Kante mit leichtem Druck über die Ecke heraushebeln, den falschen Stein umgedreht wieder einsetzen und dann normal lösen. Kaputt geht dabei bei einem gefederten Speedcube nichts.
Von einer Stunde auf unter eine Minute
Mit der Anfängermethode und etwas Übung landet man bei ein bis zwei Minuten pro Lösung. Wer schneller will, ersetzt später einzelne Bausteine: zuerst das intuitive Lösen der ersten beiden Ebenen am Stück statt in zwei getrennten Schritten, danach die Algorithmensätze für die letzte Ebene, die aus vier Schritten zwei machen. Geübte Speedcuber liegen deutlich unter zwanzig Sekunden, die Weltspitze im Bereich weniger Sekunden. Der Sprung dorthin ist aber kein anderer Würfel und kein Trick, sondern Wiederholung – und sinnvoller Ausgangspunkt bleibt in jedem Fall die Methode auf dieser Seite. Wer den Kopf danach auf anderen Spielen ausruhen möchte, findet in der Phase-10-Spielanleitung und in den Skat-Regeln zwei ebenso regelfeste Klassiker für den Spieleabend.
Das brauchst du
Schritt für Schritt
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1
Notation lernen und den Würfel richtig halten
Schreib dir die sechs Buchstaben auf: R rechts, L links, U oben, D unten, F vorne, B hinten. Ohne Zusatz ist es eine Vierteldrehung im Uhrzeigersinn (frontal auf diese Seite geschaut), mit Apostroph gegen den Uhrzeigersinn, mit 2 eine halbe Drehung. Halte den Würfel während einer Zugfolge in derselben Ausrichtung – umgreifen mitten im Algorithmus ist der häufigste Anfängerfehler.
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2
Das weiße Kreuz bauen
Weiße Seite nach oben. Suche die vier Kantensteine mit einer weißen Fläche und bringe sie so nach oben, dass die zweite Farbe der Kante mit dem Mittelstein der jeweiligen Seitenfläche übereinstimmt. Das Ergebnis ist ein weißes Kreuz, bei dem an allen vier Seiten eine durchgehende T-Form in der Seitenfarbe steht. Dieser Schritt braucht keine Zugfolge, sondern nur Probieren – nimm dir hier bewusst Zeit, alles Weitere baut darauf auf.
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3
Die vier weißen Ecken einsetzen
Drehe den Würfel um, sodass Weiß jetzt unten liegt. Suche eine Ecke mit weißer Fläche in der oberen Ebene und drehe sie mit U über ihre Zielposition, also über die Lücke zwischen den beiden passenden Seitenfarben. Halte diese Ecke vorne rechts oben und wiederhole die Zugfolge R U R' U' so oft, bis die Ecke unten richtig einrastet – je nach Ausgangslage ein-, drei- oder fünfmal. Danach ist die komplette weiße Ebene fertig.
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4
Die mittlere Ebene: Kante nach rechts einsetzen
Die obere Ebene ist jetzt gelb. Suche eine Kante ohne Gelb – sie gehört in die mittlere Ebene. Drehe sie mit U so, dass ihre Vorderfarbe zum gleichfarbigen Mittelstein passt; es entsteht eine umgekehrte T-Form. Muss die Kante nach rechts unten, nutze U R U' R' U' F' U F. Der Stein wandert damit an seinen Platz, ohne die weiße Ebene zu zerstören.
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5
Die mittlere Ebene: Kante nach links einsetzen
Gehört die Kante stattdessen nach links unten, ist die Zugfolge exakt gespiegelt: U' L' U L U F U' F'. Wiederhole Schritt 4 und 5, bis alle vier Kanten der mittleren Ebene sitzen. Steckt eine Kante bereits falsch herum in der mittleren Ebene, setze irgendeine beliebige Kante aus der oberen Ebene mit derselben Zugfolge an ihre Stelle – die falsche wird dabei nach oben gedrückt und kann dann korrekt eingebaut werden.
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6
Das gelbe Kreuz erzeugen
Jetzt zählt nur noch die Oberseite, die Seitenfarben der oberen Steine sind vorerst egal. Auf der gelben Fläche findest du entweder einen Punkt, einen Balken oder ein L. Die Zugfolge F R U R' U' F' bringt dich jeweils einen Schritt weiter: Punkt wird zu L oder Balken, L und Balken werden zum Kreuz. Beim Balken hältst du ihn waagerecht, beim L zeigen die beiden Schenkel nach links oben. Bis zu dreimal anwenden, dann steht das gelbe Kreuz.
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7
Die gelben Kanten ausrichten
Das Kreuz stimmt, aber die Seitenfarben der vier gelben Kanten passen noch nicht zu den Mittelsteinen. Drehe die obere Ebene, bis mindestens zwei Kanten korrekt stehen. Halte eine korrekte Kante hinten und wende R U R' U R U2 R' U an. Das vertauscht die verbleibenden Kanten. Gegebenenfalls ein zweites Mal ausführen, bis alle vier Seitenfarben ihre Mittelsteine treffen.
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8
Gelbe Ecken positionieren und drehen
Prüfe, ob mindestens eine Ecke bereits an ihrer richtigen Position steht (die drei Farben passen zu den drei angrenzenden Seiten, egal wie gedreht). Halte diese Ecke vorne rechts und wende U R U' L' U R' U' L an, bis alle vier Ecken an ihrem Platz sind. Zum Schluss die noch falsch gedrehten Ecken einzeln korrigieren: Ecke nach vorne rechts oben halten und R' D' R D so oft wiederholen, bis Gelb oben liegt (zwei- oder viermal). Danach mit U die nächste falsche Ecke an dieselbe Position drehen und wiederholen. Der Würfel sieht zwischendurch zerstört aus – das ist normal und löst sich auf, sobald die letzte Ecke sitzt.
Häufige Fragen
Wie lange braucht man, um den Rubik's Cube zu lernen?
Der erste vollständige Durchlauf mit Anleitung daneben dauert 45 bis 90 Minuten. Nach etwa zehn Durchläufen kennt man die Zugfolgen auswendig und landet bei drei bis fünf Minuten. Ein bis zwei Minuten sind mit der Anfängermethode und regelmäßiger Übung ein realistisches Ziel innerhalb weniger Wochen.
Muss ich die Algorithmen wirklich auswendig lernen?
Für die ersten beiden Ebenen nicht – die lassen sich mit Verständnis für die Mittelsteine intuitiv lösen. Für die gelbe Ebene führt kein Weg an vier Zugfolgen vorbei: F R U R' U' F' für das Kreuz, R U R' U R U2 R' U für die Kanten, U R U' L' U R' U' L für die Eckenposition und R' D' R D für die Eckendrehung.
Mein Würfel lässt sich nicht mehr lösen – was ist passiert?
Wenn genau eine Kante verdreht oder eine einzelne Ecke gedreht bleibt und sonst alles stimmt, ist der Würfel in einer unlösbaren Stellung zusammengesetzt worden. Das lässt sich nicht wegdrehen. Hebele die betroffene Kante vorsichtig über die Ecke heraus, setze sie um 180 Grad gedreht wieder ein und löse dann normal weiter.
Was ist der Unterschied zwischen Anfängermethode und CFOP?
Die Anfängermethode löst in klar getrennten Schritten: weiße Ebene, mittlere Ebene, gelbes Kreuz, gelbe Kanten, gelbe Ecken. CFOP fasst die ersten beiden Ebenen zu einem Schritt zusammen und ersetzt die letzten drei Schritte durch zwei Algorithmensätze. CFOP ist schneller, verlangt aber deutlich mehr Zugfolgen im Kopf – der Einstieg über die Anfängermethode bleibt trotzdem sinnvoll.
Warum klemmt mein Würfel beim Drehen?
Meist sind die Federschrauben unter den Mittelkappen zu fest angezogen oder der Würfel ist trocken gelaufen. Hebele eine Mittelkappe vorsichtig ab und löse die Schraube eine Viertelumdrehung – der Würfel dreht dann leichter, springt aber bei zu viel Spiel eher aus der Ausrichtung. Ein Tropfen Silikonöl-Lube für Cubes im Inneren hilft zusätzlich. Haushaltsöle gehören nicht hinein, sie greifen den Kunststoff an.
Braucht man einen teuren Speedcube?
Zum Lernen nicht. Ein günstiger, gefederter Würfel dreht aber spürbar leichter als ein alter Standardwürfel mit steifem Kern, bei dem jede Vierteldrehung exakt ausgerichtet sein muss. Sobald man Zeiten verbessern will, macht ein magnetischer Speedcube tatsächlich einen Unterschied, weil er in der Zielstellung einrastet.